BEZ - Berliner Energie Zentrum

zurück 10.12.13 - News

VW e-Caddy - TOP oder FLOP?

 

Kann ein Elektroauto im Fuhrpark sinnvoll eingesetzt werden oder versagt dieser bereits an Ort und Stelle? Wie gut macht sich der e-Caddy im alltäglichen Gebrauch? Fragen über Fragen? Viele Verbraucher kritisieren immer noch Reichweiten und Ladeinfrastrukturen in Großstädten sowie Umland. Eine attraktive Lösung bietet hier Volkswagen. Das Berliner Energie Zentrum darf sich zu den glücklichen Auserwählten zählen, die den Prototyp VW e-Caddy auf Herz und Niere testen können. Gefördert wird dieses Projekt vom Umweltministerium für Umwelt, Natur und Reaktorsicherheit. Einer der Testfahrer im Interview:

 

BEZ (Berliner Energie Zentrum): Beschreiben Sie uns kurz Ihr Fahrgefühl? War die Umstellung vom bisherigen Benziner/Diesel auf ein Elektroauto schwierig?

Testfahrer: Die Umstellung war nicht schwierig, ganz im Gegenteil, es war recht angenehm beim Fahren. Der Vorteil der nicht vorhandenen Motorgeräusche und Schaltvorgänge ist, dass kaum Lärmpegel den Fahrspaß beeinflussen. Wohltuend leise – wirklich positiv! 

 

BEZ: Wie hat sich der e-Caddy im Alltag bewährt?

Testfahrer: Der e-Caddy hat seinen Zweck erfüllt, wir hatten Reichweiten von 120 Km zur Verfügung. Wünschenswert wäre zukünftig eine minimale Reichweite von 200 Km, um hier einfach

noch besser eine Tourenplanung durchführen zu können. Für Auslieferungen innerhalb Berlins sind die bisherigen 120 Km Reichweite durchaus akzeptabel. 

 

BEZ: Wie sieht es mit dem Aufladen aus?

Testfahrer: Das Aufladen war unproblematisch, entweder über normale Steckdose oder über eine Typ2 Steckdose.

Bemerkung vom BEZ: Eine Ladung über Typ 2 Ladebuchsen, wie Sie auch an fast jeder öffentlichen Ladesäule bereitgestellt, ist problemlos möglich. Zusätzlich liegt dem Fahrzeug noch ein Notfallladekabel bei, das an jeder handelsüblichen Schukosteckdose mit 10A genutzt werden kann. Hier kommt es dann aber nur zu recht langen Ladezeiten von etwa 10-12 Stunden. 

Ach ja ….  nützlich ist die Webseite  www.smarttanken.de – hier können öffentliche Ladestationen schnell gefunden werden.  

 

BEZ: Wie stehen Sie zu den Umweltaspekten,  die ein Elektroauto mit sich bringt?

Testfahrer: Oberflächlich gesehen, ist es natürlich schön, wenn ein Fahrzeug keine Abgase produziert.
Natürlich sollte der genutzte Strom, der durch regenerative Energien gewonnen wird, berücksichtigt werden.   

 

BEZ: Wie denken Sie nun über die neue Technologie nach dem Test?

Testfahrer: Mir konnte bisher niemand die Frage beantworten, wieso man kein Automatikgetriebe einbaut? Man würde die Höhe der Drehzahl des Elektromotors reduzieren > ergo weniger Stromverbrauch = mehr Reichweite erzielen.

Antwort vom BEZ: Der Wirkungsgrad eines PSM Elektromotors ist anders als der eines Verbrennungsmotors, ein Verbrennungsmotor hat ja bekanntermaßen eine sehr ungleichmäßige Kraftentfaltung und ein sehr begrenztes Drehzahlband. Darum gibt es hier eine Koppelung mit einem Getriebe. Das Getriebe beim Elektromotors des Ecaddys ist ein Getriebe mit Festübersetzung, daher auch das hohe Drehmoment ab der 0ten Sekunde. Ein Verbrennungsmotor hat nur in einem kleinen Drehzahlbereich einen hohen Wirkungsgrad. Beim Elektromotor ist der Bereich wesentlich breiter.

Elektromotoren haben ab sofort das volle Drehmoment zur Verfügung, so dass keine Schaltung benötigt wird um den Motor in einem optimalen Bereich zu halten. 

 

BEZ: Würden Sie mit dem heutigen Stand ein Elektroauto auch anderen Firmen weiterempfehlen?

Testfahrer: Ja, für Firmen die ihren Sitz in der City haben, wo E-Ladestationen reichlich vorhanden sind oder die nur einen Aktionsradius von 60 Km haben.   

 

BEZ: Vielen Dank für Ihre ehrlichen Antworten.