BEZ - Berliner Energie Zentrum

Intelligente Gebäudetechnik

Intelligente Gebäudetechnik

Ein ergiebiger Weg zur Reduzierung des Stromverbrauchs ist der Einsatz intelligenter Gebäudetechnik. Sie setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, die in verschiedenen Einsatzgebieten sowohl im Haus als auch im Außenbereich für eine höhere Energieeffizienz sorgen. Sie haben die Wahl zwischen Einzellösungen zur unkomplizierten Nachrüstung bis hin zum umfassenden und gewerkeübergreifenden Energiemanagementsystem.

Gira Instabus KNX/EIB zur Automatisierung des Wohnens
Gira Instabus KNX/EIB zur Automatisierung des Wohnens
Moderne Zählertechnik von Hager
Moderne Zählertechnik von Hager
Hager: Schalter ist nicht gleich Schalter
Hager: Schalter ist nicht gleich Schalter

 Doch soviel steht fest: Mit jeder Komponente wächst auch das Energiesparpotential:

  • um bis 13 % durch Automation des Sonnenschutzes [1]
  • um bis 25 % durch Einzelraumtemperaturregelung [2]
  • um bis 35 % durch Automation der Beleuchtung [1]
  • um bis 45 % durch Automation der Belüftung [2]

 

Automatische Lichtsteuerung.

Beleuchtung macht fast 20 Prozent des weltweiten und 14 Prozent des europäischen Stromverbrauchs aus. Sie spielt folglich eine wichtige Rolle bei der Energieeinsparung.

In den vergangenen Jahren hat die Lichtindustrie neue Technologien entwickelt, die dreimal so effizient arbeiten wie herkömmliche Beleuchtungsanlagen. Intelligente Beleuchtungssysteme zeichnen sich dadurch aus, dass alle Komponenten energieeffizient zu einer hohen Lichtqualität beitragen. Schon mit jedem Wechsel zu einer energieeffizienten Komponente sparen Sie Energie und damit Kosten. Wer langlebige Lampen mit effizienten Leuchten, sparsamen Betriebsgeräten und modernem Lichtmanagement kombiniert, sichert sich folglich die besten Einsparpotentiale.

Den höchsten Einspareffekt bieten Lichtmanagement-Systeme, die das einfallende Tageslicht nutzen: Künstliche Beleuchtung wird nur in dem Umfang zugeschaltet bzw. langsam stufenlos zugeregelt, wie das Tageslicht abnimmt. Um jederzeit ein ausgewogenes und anwendungsgerechtes Beleuchtungsniveau zu gewährleisten, empfiehlt es sich, das Miteinander von Tages- und Kunstlicht mittels Lichtsensoren zu automatisieren.

Tageslichtabhängige Beleuchtung kann in verschiedenen Ausbaustufen realisiert werden, die von der einfachen Regelung für einzelne Leuchten über die Regelung für Leuchtengruppen in einem System bis hin zur Einbindung der gesamten Beleuchtung in die Gebäudesystemtechnik reichen.

Sind Bewegungsmelder in das Lichtmanagement integriert, schaltet sich die Beleuchtung bei Anwesenheit sofort ein und bei Abwesenheit zeitversetzt aus.

Zentrales Energiemanagement.

Sie wünschen sich, dass in jedem Raum jederzeit die richtige Temperatur, Luftfeuchte und Beleuchtung garantiert ist? Und wollen außerdem sicher sein, dass alle überflüssigen Stromquellen ausgeschaltet sind, wenn sie das Haus verlassen? Dies und noch viel mehr garantieren Elektro-Bus-Systeme. Sie erlauben die intelligente Steuerung aller Komponenten Ihrer Haustechnik, indem sie sämtliche Geräte, aber auch Sensoren, Bedienelemente und zusätzliche Steuereinheiten mit einer programmierbaren Steuerelektronik vernetzen. Die Bedienung erfolgt über Touchscreens oder vom heimischen PC aus. Sind Sie außer Haus, können Sie die einzelnen Funktionen aber auch vom Telefon oder Handy aus steuern.

Um die Vorteile eines zentralen Energiemanagement-Systems genießen zu können, müssen Sie keineswegs neu bauen. Funk-Bussysteme machen das Nachrüsten besonders leicht. Sie arbeiten im Prinzip wie herkömmliche Bussysteme, aber auf kabelloser Basis und ermöglichen es Ihnen, per Funk zu steuern, zu schalten und zu dimmen. Die Kommunikation erfolgt über Sender und Empfänger. Ohne Wände aufstemmen zu müssen, können problemlos Funktionen ausgetauscht oder hinzugefügt werden.

Umfassende intelligente Gebäudetechnik lässt sich durch ein Instabus KNX/EIB-System (insta = installieren, bus = Bussystem) realisieren. Dafür wird parallel zur Stromleitung eine Instabus-Steuerleitung verlegt, über die Ihre Geräte kommunizieren und Informationen austauschen. Sie können

  • die Temperatur für jeden Raum individuell regeln
  • Räume bedarfsgerecht heizen
  • die Luftfeuchtigkeit gering halten und Wärmeverluste vermeiden
  • gezielt lüften durch Berücksichtigung der CO2-Konzentration
  • Außenbereiche bei Bewegung beleuchten
  • die Beleuchtung auf Tageslicht und Helligkeit abstimmen
  • in selten genutzten Räumen und Durchgangsbereichen, aber auch Treppenhäusern und Fluren bedarfsgerechte Beleuchtung gewährleisten
  • den Stromverbrauch mindern und Leuchtmittel durch Dimmen schonen
  • Räume im Sommer kühl halten, im Winter Wärme speichern
  • Jalousien in Abhängigkeit von Sonneneinstrahlung und Dämmerung steuern
  • Energie- und Wetterdaten auf einen Blick erfassen
  • die Gebäudetechnik unter Berücksichtigung der Wetterdaten steuern.

Durch die intelligente Steuerung der verschiedenen Gewerke über ein Instabus KNX/EIB-System lässt sich der Energiebedarf um bis zu 60 % reduzieren. Die Bedienung ist einfach und kann über ein Touchdisplay, Ihr Notebook oder das iPhone vorgenommen werden.


Moderne Zählertechnik.

Auch die Zählertechnik verändert sich rasant und wird durch neue Gesetze sogar zur Vorgabe: Gemäß dem Energiewirtschaftsgesetz dürfen seit 1. Januar 2010 in Gebäuden, die neu an das Energienetz angeschlossen werden, nur noch so genannte „Smart Meter“ eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um intelligente, mit Zusatzfunktionen ausgestattete elektronische Zähler.

Es gibt Zähler für die Messung von Fernwärme, Gas oder Wasser. Im Unterschied zu den herkömmlichen Drehstromzählern machen diese intelligenten Geräte den Verbrauch für den Nutzer unmittelbar sichtbar, so dass er seinen Energiehaushalt besser kontrollieren kann. Ausgestattet mit einem Kommunikationsmodul übermitteln sie die Zählerdaten auch gleich an den jeweiligen Anbieter, so dass die jährliche Ablesung überflüssig wird. Dadurch wird dem Netzbetreiber die Arbeit erleichtert und der monatliche Energieverbrauch kann exakt be- und auch abgerechnet werden.

Smart Meter vermitteln außerdem Erkenntnisse über den allgemeinen Energiebedarf, indem z. B. Lastspitzen erkannt, gespeichert und statistisch ausgewertet werden. Möglich wird dies beispielsweise durch Stromzähler als Bestandteil eines Smart Metering Systems, das die elektrische Energie misst.



[1] Becker, M./ Knoll, P.: Untersuchungen zu Energieeinsparpotentialen durch Nutzung offener integrierter Gebäudeautomationssysteme auf Basis der Analyse der DIN V 18599 und EN 15232. Studie im Auftrag der LonMark Deutschland, Juni 2007

[2] Energiesparpotential durch moderne Elektroinstallation, ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie e.V.